Aktuelles
- *Am 26. Mai findet im Kurhaus Wiesbaden der öffentliche Kongress „Zuse 2.0“ statt. In diesem Rahmen werden Prof. Wolfgang Rettberg und Jürgen Klähn einen Vortrag über das Zuse-Valley halten. Mehr Informationen entnehmen Sie dem Programmheft.
Visionen für ein Zuse-Valley, 100 Jahre Konrad Zuse
In Haunetal-Neukirchen/Hessen wurde eine spektakuläre Idee präsentiert.
Im Moment sind es noch Gedankenspiele, wenn aber die Visionen von Jürgen Klähn und Prof. Wolfgang Rettberg Wirklichkeit würden, wäre es ein gewaltiges Projekt für das Haunetal: das „Zuse-Valley“, ein Wissenschaftszentrum mit angeschlossener technikgeschichtlicher Erlebniswelt.
An dem Ort, an dem der Computerpionier Konrad Zuse 1949 die ersten serienreifen Röhrenrechner baute(siehe Hintergrund), könnte nach den Plänen des Haunetaler Künstlers Klähn und des Kaufunger Hochschulprofessors Wolfgang Rettberg auf gut 20.000 Quadratmetern Fläche eine einzigartige Forschungsstätte und Tourismusattraktion entstehen.
Damit stände Neukirchen in einer Reihe mit anderen Orten der Technikgeschichte – von Mittelengland, wo James Watt die Dampfmaschine revolutionierte, bis zu jener Garage in Kalifornien, wo Bill Gates an seinen ersten Microsoft- Programmen tüftelte. Nach einem Jahr Vorbereitung mit Studenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden und Schülern der Hermann-Lietz-Schule Schloß Hohenwehrda und dem Bau eines Modells, ist jetzt das Stadium der Projektplanung erreicht.
Eine Verwirklichung würde das Gesicht Neukirchens verändern: Die Ansicht wird dominiert von einem 22 Meter hohen Kubus aus getöntem Glas, der ein wenig an das Kaaba-Heiligtum in Mekka erinnert. Und tatsächlich soll ja Neukirchen zu einer Pilgerstätte werden… Allerdings für Computerfans aus aller Welt sowie für Wissenschaftler, Studenten und kreative Köpfe aus IT-Unternehmen. Der große Glaswürfel erfüllt aber auch zugleich die Funktion einer „Vitrine“ die einen Schatz bewahrt: Er umschließt das alte Firmengebäude der Zuse KG.
Die Besucher würden nach den vorgestellten Plänen das plateauartige Gelände vom – derzeit weitgehend leer stehenden – Bahnhof aus durch einen Tunnel erreichen. Unterirdisch gelangt man zunächst in ein Rundum-Kino, per Lift geht es dann in die Spitze des Glaskubus, bevor der Weg wieder spiralförmig abwärts führt. Beim Weg abwärts bekämen Besuchergruppen mit Hilfe modernster Mittel des „Edutainments“ Wissenswertes aus der Geschichte des Computers vermittelt, bis sie am Boden des Würfels schließlich beim Ursprung – Zuses frühen Rechnern – angekommen sind. Dort in der kleinen Fabrik steht dann ein vollständig funktionstüchtiger Z 22. Die übrigen modernen Gebäude auf dem Gelände würden Forschungs- Messe- und Verwaltungszwecken dienen. Leer stehende Fachwerkhäuser in der Nachbarschaft könnten als „archetypische Hotels“ für Gäste aus aller Welt genutzt werden. Der Projektgedanke ist eine Antwort auf den demografischen Wandel und fehlende wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten für den ländlichen Raum, insbesondere für kleine Gemeinden und strukturschwache Regionen.
